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Das Leben endet für jeden von uns. Damit es vorher und nachher nicht zum Streit kommt, gilt es Vorsorge zu treffen. Haben Sie ein Testament?
Und was ist vorher? Wenn Sie mal krank werden, einen Unfall haben oder sonstige Betreuung benötigen? Sind Sie auch darauf vorbereitet? Haben Sie eine Patientenverfügung? Haben Sie festgelegt, welche Hilfeleistung Sie wann und von wem erhalten möchten?

Testament

Ein Testament schafft die Weichenstellung für eine regelte Erbfolge. Wer auf ein Testament verzichtet, überlässt sein Vermögen den nächsten noch lebendenden Verwandten nach der ‚gesetzlichen Erbfolge‘. Durch ein Testament können im Einzelfall nicht gewollte Vermögensübertragungen an ungeliebte und/oder unbekannte Angehörige, langwierige Streitereien in Erbengemeinschaften und fatale finanzielle Probleme für Ehe- und Lebenspartner verhindert werden.
Schaffen Sie Klarheit und räumen Sie Ihren Nachkommen die Zeit für die ihnen zustehende Trauer ein.

Das Erbe, die Hinterlassenschaft

Unmittelbar nach einem Erbfall haben die Angehörigen sehr viele Angelegenheiten zu regeln. Neben der Beerdigung kommt es vor allem auf Formalitäten mit den Banken, Informationen an Lebensversicherungen, die Ablieferung des Testaments beim Nachlassgericht sowie die Sicherung des Nachlasses an. Neben der Beantragung des Erbscheins ist zu prüfen, ob eine Annahme oder Ausschlagung der Erbschaft wirtschaftlich sinnvoll ist und ob die Anfechtung eines ungünstigen und ungültigen Testaments in Betracht kommt.

Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Niemand ist davor sicher, dass er wegen Krankheit, Unfall oder Gebrechlichkeit seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Für diese Fälle sollte eine Vorsorgevollmacht bzw. eine Betreuungsverfügung vorliegen.

Mit der Vorsorgevollmacht beauftragen Sie eine Person Ihres Vertrauens, an Ihrer Stelle umfassend oder für bestimmte Bereiche eine Entscheidung zu treffen. Zusätzlich zu der eigentlichen Vorsorgevollmacht kann eine vertragliche Regelung für das sogenannte Innenverhältnis verbindlich regeln, was der Bevollmächtigte für Pflichten zu erfüllen hat (z.B. Buchführung) oder ob seine Tätigkeit vergütet werden soll. Dies alles findet allein durch vertragliche Gestaltung und ohne Einschaltung oder Überwachung durch die Gerichte statt.
Anders ist dies bei einer Betreuungsverfügung. Hier geht es um die Ernennung eines Betreuers durch das zuständige Betreuungsgericht. In einem gerichtlichen Verfahren wird zunächst die Notwendigkeit der Einrichtung einer Betreuung festgestellt. Diese Feststellung erfolgt zumeist durch ein ärztliches Gutachten. Danach bestimmt das Gericht eine geeignete Person zu Ihrem Betreuer, der nun für genau festgelegte Aufgabengebiete für Sie die Angelegenheiten regelt. An dieser Stelle greift Ihre Betreuungsverfügung ein, denn damit können Sie lange im Vorfeld eine oder mehrere Personen vorschlagen, die als Betreuer für Sie in Betracht kommen, damit nicht ein völlig Fremder diese Betreuung übernimmt.
Haben Sie Fragen zu diesen Themen oder benötigen Sie Unterstützung? Ich berate Sie gern eingehend und individuell.

Patientenverfügung/Patiententestament

Gemäß § 1901a BGB können Volljährige in einer schriftlichen Patientenverfügung im Voraus festlegen, ob und wie sie später ärztlich behandelt werden wollen, wenn sie ihren Willen nicht mehr selbst äußern können. Die Verfügung wendet sich also an den Arzt und das Behandlungsteam. Aber auch der Bevollmächtigte und der Betreuer sind an den Behandlungswunsch gebunden. Eine Patientenverfügung teilt ihnen verbindlich mit, welche Behandlungen gewünscht sind.
Die Annahme, dass die nahen Angehörigen (z. B. der Ehepartner, Lebensgefährte oder die Kinder) befugt sind, die notwendigen Entscheidungen zu treffen, ist falsch. Entsprechende gesetzliche Regelungen liegen in Deutschland nicht vor. Nur durch eine Patientenverfügung kann man also das Recht auf Selbstbestimmung bei der Wahl der Behandlungsmethode und bei der Frage eines Behandlungsabbruches wahren.
Bei der Formulierung der Verfügung ist es ratsam, medizinische Fachbegriffe zu verwenden. Um hier klare Wünsche zu formulieren, fragen Sie Ihren Hausarzt. Weisen Sie bei der Aufnahme in ein Krankenhaus auf Ihre Patientenverfügung hin und geben Sie – wenn möglich – diese zur Krankenakte. Folgende Punkte sollten Sie in Ihrer Patientenverfügung enthalten sein:

  • Das Besuchsrecht der Angehörigen
  • Eine Aussage zur Transplantation von fremden Organen
  • Die Nennung Ihrer Vertrauensperson, die Ihre Interessen gegenüber dem Arzt und den Pflegekräften vertritt.
  • In welchem Maße Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden sollen.
  • Der Umfang der künstlichen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von lebenswichtigen Körperfunktionen.